L187 Gallerie






L187 ist ein kuenstlerischer unabhaengiger Projektraum in Offenbach am Main, jenseits der etablierten Kunstinstitutionen und damit autonom und frei in der Ausrichtung. Der Raum fördert internationale und lokale Entwicklungen, die in Einzel- und Doppelausstellung, sowie in performativen und diskursiven Formaten in einen Dialog gebracht werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beauftragung neuer künstlerischer Produktionen, die vor Ort entwickelt und speziell für den Raum konzipiert werden. Die enge Zusammenarbeit mit den eingeladenen Künstler*innen schöpft das Potenzial des Kunstraums als dynamischem Ort der Begegnung.




Er hatte die Ablenkung abgestreift, 
die Erwartung, die Überinterpretation, 
das Wissen und den Preis.
So begann es..

Im Wald war das Holz. Im Holz war das Boot. 
Im Rauschen, im Wanken, in Ringen gewachsen.

Er schlug, drang, spaltete und fällte..
So änderte er die Haltung und damit die Zeit.
 
Er berührt, hält innen, wankt mit, wundert, erstarrt im Bersten. Er fällt.

Die Spur ist eine Furche. Die Erkenntnis von Generationen. Hebel, Rad,
Werkzeuge, verlängerte Hände, verlängertes Denken.
Spanen, kernen, sägen, planen, formatieren.

Zeit nimmt Wasser, Geduld verdunstet.
Hände eifern Augen nach, Hände schmerzen unbewusst. 
Fragen wurmen.
Kompromisse gewähren, Kompromisse ertragen.
Fehler ertragen, Fehler gewinnen.
Gestalten manisch fast wie depressiv. Euphorisch nah am Kern. 
Verbunden. Entwurzelt.
Die Ohnmacht des Königs vor dem Gaukler. 
Kontrolle als Illusion, die Idee als Grund.
Lang weilen, kurz halten. Fragen jagen, der Form folgen.
Linie verlieren, den Vorteil finden. 
Nagel, Nut, Stift, Dübel, Schlag.
Kante, Winkel, Feder, Blatt. Die Linie finden. Halten.Aushalten.
Lärm, Dreck.Lärm in der Stille, Lärm im Staub. Abendlicht. Erschöpfung.
Morgen graut mit neuer Frage. Weiter. Wieder weiter. Klemmen lösen,
Klappern glätten. Hände fliegen. Augen brennen. Hier ein Span da der Staub.
Nase voll, Herz am schlagen. Teile fließen. Geduld mit Spucke.Strom fügt Teile.
Plötzlich wie erwartet, wie gesehnt..Holz ist Boot.

Er bricht den Stapel, lässt es frei. 
Erneutes Ziehen, Ringen, Tragen.. im Dunkel noch.
Hinaus zur See. 
Gepeitscht. Von Innen her Getrieben. Weg und Ufer.
Ehrfurcht schwillt. Zweifel flüstert. 
Doch einmal nur, dann hier und jetzt. Und dann für Immer. 
Gemacht. Gewesen.

Ein letzter Tritt. Das Bein, der Fuß, ein Abdruck kurz im Sand. Verschlungen.
Kontrolle endet. Brandung drückt. Paddel sticht. Atem Presst.
Noch einmal bäumen. Noch einmal stemmen.
Im Brandungsrücken stilles Gleiten. Das Meer ein Spiegel fast. 
Tiefes Dunkel, glattes weichgehülltes Glas.

Licht steigt auf. Der Tag gleist an der Linie fern im Osten. 
Dann glüht der Wald, die alten Hölzer verschwommen in der Weite.

Im Licht des Sterns erhebt Er sich, aus sich heraus.
Er hebt das Holz. Fest im Griff. Das Beil schlägt dumpf, dann tiefer.
Der Hall dringt durch bis hin zum Wald. Ein Vogel steigt. Schwingt auf, davon.

Gurgeln, Saugen, Schmatzen.
Ein Ächzen, Stöhnen mit dem Sog, 
vor der Brise kurzer Stille. 

So löst sich auch sein fester Stand, in die Wasser die Ihn tragen. 
Losgelassen schwebend fast über einem Schatten, 
treibt er umringt von Wellenkreisen, die einst ein Kind geworfen.

Der schatten sinkt. Die Idee am Grund. Die Kreise werden schwächer.
Jetzt schwimmt er hebt das schweben auf zurück ans junge Ufer. 
Zurück an Land. 
Zurück nach Haus. 
Zum Anfang hin.

Frank L.